Erzgebirge Schwibbogen

Bei dem Schwibbogen aus dem Erzgebirge handelt es sich um traditionelle, vornehmlich zur Adventszeit und Weihnachten verwandte Volkskunst. Zunächst wurde der Erzgebirge Schwibbogen aus Schmiedeeisen gefertigt. Der älteste bekannte und erhaltene Schwibbogen wurde 1740 gefertigt und stammt aus der Gegend um Johanngeorgenstadt.

Traditionsreiche Volkskunst aus dem Erzgebirge

Um die Darstellung eines Schwibbogens zu verstehen, sollte man die Region des Erzgebirges und die dortige Entwicklung betrachten. Das Erzgebirge, ein Mittelgebirge, liegt im Süden Sachsens, und gehört zweifelsohne zu den traditionsreichsten und schönsten Landstriche Deutschlands. Die Besiedlung dieser Region begann wegen des rauen Klimas erst spät und die Entdeckung von Bodenschätzen im 15. Jahrhundert trieb nicht nur die Besiedlung voran, sondern generierte Wohlstand, der sich in prächtigen Schlössern und bedeutende Kirchen widerspiegelte. Für die einfache Bevölkerung, den Bergleuten, war das Erwerbsleben hart, gefährlich und reichte allenfalls für ein bescheidenes Dasein.

Der Erzgebirge Schwibbogen, Sehnsucht nach Licht und Harmonie. Die Darstellungen des Erzgebirge Schwibbogen spiegeln die Sehnsucht der Bergleute nach Licht wider. Obwohl heute überwiegend Schwibbögen aus Holz produziert werden, waren diese früher, nämlich bis Anfang des 20. Jahrhunderts, fast ausschließlich aus Metall. Der erzgebirgische Schwibbogen verbreitete sich ab 1937 anlässlich einer Ausstellung rasant und wurde zum beliebten Weihnachtssymbol und geschätztes Accessoire zu dieser Jahreszeit. Ursprünglich wurden im Schwibbogen tägliche Szenen aus dem Leben der Bergleute dargestellt. Später wurden auch die Weihnachtsgeschichte auf Schwibbögen dargestellt.

Früher wurden Schwibbögen – wenn überhaupt – durch Kerzen beleuchtet, was heute teilweise elektrische Lampen in Kerzenform übernehmen. Herstellung und Produktion des Erzgebirge Schwibbogen. Das Bergwerk verlor sukzessive an Bedeutung für das Erzgebirge und sehr bald war die Volkskunst – also unter anderem die kunstvolle Herstellung von Schwibbögen – eine unverzichtbare Einnahmequelle für die Region. Mehrere Herstellungstechniken, neben dem Schnitzen und das Drechseln auch das in dieser Region entwickelte Reifendrehen, standen für die besonderen Produkte, die hier produziert wurden.

Nach dem 2. Weltkrieg konnte die Produktion in der DDR die Nachfrage kaum befriedigen. Nach der politischen Wende wurde diese kunstvolle und traditionelle Produktherstellung beibehalten und teilweise ausgebaut. Orte wie Seiffen, Olbernhau oder Marienberg sind für die Herstellung von Schwibbögen weltberühmt.

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